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Während meines Aufenthaltes in Brasilien habe ich das Bloggen immer sehr gemocht.
Nun geht meine Zeit im Land der Kaffeebohnen dem Ende entgegen – nicht jedoch meine Zeit als Blogger.
Ein alter Wegbegleiter wurde auf meinen Blog aufmerksam und nach einem Gespräch waren wir uns einig, dass wir fortan zusammenarbeiten werden.

www.diefreiheitsliebe.de

(Autorenpseudonym: freeleo)

Am Morgen fahren wir noch durch die größte Salzwüste der Welt und sehen Riesenkakteen, die zum Teil älter als 1000 Jahre alt sind.
Die Eindruecke habe ich immernoch nicht ganz aufgenommen, da sehe ich am Nachbartisch im Essensraum eine angefangene Schachpartie, die mein Interesse weckt.
Nach dem Essen warte ich bis die beiden “Krieger des Geistes” zu ihrem Schachbrett zurueckfinden.
Ich frage, ob ich zuschauen dürfe, woraufhin mir geantwortet wird, dass wir doch alles Schachfreunde sind.
Die Partie zieht sich, ist ein wenig zäh, doch das Endspiel ist intressant.
Fast hätte der Holländer den Kanadier mit seinen Zwei Türmen noch matt gesetzt; doch am Ende gewinnt das Material des Kanadiers.
Der Holländer zieht sich zum Schlafen zurueck, da frage ich den Kanadier, ob er denn nicht noch eine Partie spielen moechte.
Mit den Worten “Ye, let’s have another good game” macht er mich glücklich. Was mich aber noch viel glücklicher macht ist seine französisch-englische Aussprache.
Waehrend meines Jahres in Brasilien habe ich die Portugiesische Sprache lieben gerlernt und war lange im Glauben, dass das brasilianisch-Portugiesisch die am Schönsten klingende Sprache weltweit ist.
Doch ich habe mich getäuscht. kanadisch-französisch-englisch ist der Ohrenschmaus eines jeden Linguisten.

Das Spiel ist ausgeglischen. Nach Standarteröffnungen wird viel Material abgetauscht und wenig Raumgewinn erzielt.
Im Mittelspiel geschieht mir ein folgenschwerer Fehler, den ich aber im späten Mittelspiel mit einem Springeropfer wieder wett machen kann.
Wir kommen im Endspiel an und Mark, wie der kleine vollbärtige Kanadier aus Quebec heißt, hat leichte aber objektiv gesehen die entscheidenen Vorteile. Es sieht soaus, als ob sich das Ahornblatt um den Schnabel des Adlers wickelt; nun droht die Erstickung.
Was sollte ich tun? Mitten im Spielfeld hatten sich triple pawns Dreierbauern angesammelt, was man durchaus als Suboptimal bezeichnen kann.
Sein König war damit beschäftigt, seinen Freibauern zu schützen und meine sich selbst blockierenden Bauern gaben mir auch nicht viele kreative Möglichkeiten.
“Shit situation”, analysiert Mark. Ja. “Shit situation”, sage ich leise vor mir her. Es klang in dieser ausgangslosen Lage so schön, dieses kanadisch-französisch-englisch “shit situation”. Auf die Frage, ob er das soeben gesagte nochmal wiederholen könne, schaut er mich nur verwirrt an. “Egal, spielen wir weiter”.

Mittlerweile wurde der Generator ausgeschaltet, was uns dazu zwingt in einem lausigen Kerzenlicht die Partie fortzusetzen.
Dann holt Mark seinen Flachmann und seinen Tabak heraus. “Now, I need it”.
Ich kann ihn gut verstehen.
Die Figuren wurden ohne Raumgewinn noch eine ganze Zeit lang hin und her geschoben, bis er einen entscheidenen Fehler begeht: Mein Turm kommt zu einem Doppelangriff von König und Läufer. Die Vorentscheidung.

Da hat sich der Adler doch noch aus seiner brenzligen Lage befreien können und dem Ahornblatt trotzen können.
“have a good night”, gebe ich ihn noch auf den Weg mit.
Wie es scheint, hat Mark die Partie noch lange nicht verarbeitet. Alles was ich höre ist “shit”

Mit diesem kanadisch-französisch-englisch “shit” lege ich mich schlafen.
Balsam fuer die Seele.

Ich hatte mal vor meinem Auslandjahr gelsen, dass viele Brasilianer jenseits der 60 Jahre-Grenze junge Frauen zwischen 20 und 30 Jahren begehren, sie fuer sich gewinnen und schliesslich auch heiraten.
Stirbt der Gatte, manschmal nur ein paar Jahre nach dem Liieren, beerbt die Gattin die komplette Rente des Mannes.
Dies stellt ein grosses Problem fuer den brasilianischen Finanzhaushalt da, denn so muss die Rente einige Jahrzente laenger ausbezahlt werden als urspruenglich kalkuliert wurde.

25 Januar. Flugroute: Campo Grande – Manaus. Zwischenlandung in Brasilia. Aufenthalt in Brasilia: 13:07 Stunden.
Da mein Flieger nach Manaus nachts um 3:00 Uhr ging, musste ich mich schon um 22Uhr vom Zentrum Brasilias verabschieden, um mir eine teure Taxifahrt zu ersparen. So durfte ich wiedereinmal einsame Stunden auf einem Flughafen verbringen. Nach einigen Bieren und dem Anschauen einer schlechten brasilianischen Soap(Zu allem Unglück auch noch eine Doppelfolge), durfte ich das Highlight der Nacht erleben:

“dois sucos de l’aranja”, schallt es durch das Airport-Restaurant.
Seit einigen Minuten schreit die Kellnerin in regelmaessigen Zeitabstaenden die Phrase aus ihrer Seele.
“dois sucos de l’araaaaaaaaaaaanja”. Er hoert es einfach nicht.

die Pläte und der Wohlstandsbauch – das sind die Merkmale von der Sorte Mann, der sich durch die Heirat ein wenig Abwechslung im Alltag erhofft.
Das Beute-Schema laesst sich auch einfach beschreiben. Wie gesagt, jung sollte sie sein. Ein ueberdimensionaler Brustumfang ist nicht obligatorisch, wird aber auch gern gesehen.

Die zwei Sucos warten immernoch auf der Theke. “Dois sucos de l’araaaaaaaaaaanja”.
Die Dame hat es schon längst gehoert, wartet aber geduldig bis auch ihr Mann das Geschrei hoert.
Hoffnungslos und fast ausgangslos scheint die Lage der Frau zu sein. Sichtlich peinlich ist ihr das schlechte Gehör ihres Mannes. Mit jedem “dois sucos de l’araaaaaaaanja” gewinnt das Pärchen im Restaurant mehr Zuschauer.
Einfach aufstehen und die Zwei sucos selber holen? Nein. Das kann sie nicht. Sie wuerde ihrem Mann eine Niederlage erteilen. Peinlich wäre es doch wenn Mann nicht hört und Frau ihn auf das Geschrei aufmerksam machen muss. Und außerdem: Sowas ist Männersache! Frauchen muss bedient werden.
Aber das Schönste an diesem Schauspiel ist die ganz umschlossene Theke der Bedienung, die wie Gefangen wirkt und die Zwei sucos unmöglich dem Pärchen bringen kann.
Die eine ist gefangen, der eine hört nicht und die andere will nicht. Welch Trauerspiel.

Und dann, als alles schon verloren geglaubt ist: Ein Blick. Die Säfte auf der Theke. Die Tat. Er hat es endlich gehört! Oder vielleich gesehn? Man(n) weiß es nicht, aber all das zählt jetzt nicht mehr. In den Händen hält er Zwei Orangensäfte. Frisch und vital ist der Saft – so frisch wie das Jungblut der Gemalin.
Und nur das zählt.

Am 16. Februar 2011 endet meine Bolivien-Amazonas-Reise.
Aber bevor ich in der Stadt Sao Paulo ankomme, lande ich in Campinas, einer nördlichen Stadt im Staat Sao Paulo.
Von dort aus nehme ich einen Shuttlebus nach Barra Funda, dem grossen Busterminal Sao Paulos.
Als der Bus dort ankommt, die Passagiere aussteigen und ihr Gepaeck entgegennehmen, schlafe ich noch tief und fest.
Keiner hatte mich geweckt, und als der Busfahrer den Bus in den Warteparkplatz fahren will, wache ich auf.
“nossa, voce etava dormindo”. Was? Du hast geschlafen?
“Jetzt mach mir hier mal keine Vorwuerfe! Zu Schlafen ist mein Recht und Gut!”, denke ich mir.
Wenig spaeter wurden die Gepaecktueren geoeffnet und man musste feststellen, dass sich kein Gepaeckstueck mehr im Laderaum befindet.
“Oh, aehm, dann musst du dahinten ans ende des Terminals laufen, da wirst du dann auf einen gewissen Luís treffen, der deinen Rucksack bestimmt hat.”
Gesagt getan, da laufe ich los, um meinen Rucksack zu finden. Gluecklichweise treffe ich auf Luís, der meinen Rucksack vor seinen Fuessen gut behuetet.

Diese Menschenmassen und diese Annonymitaet kenne ich bereits. Dazu dieser unverkennbare Gestank des Flusses. Ich bin wieder zurueck in Sao Paulo und auf mich wartet die so geliebte Zweieinhalbstuendige Metro- und Busfahrt in die Favela Vera Cruz.
In Santo Amaro steige ich in einen ueberfuellten Bus ein und erhalte drei reais von einer Dame. Ich soll doch bitte die Busfahrt fuer sie bezahlen, da sie nicht durch die Menschenmassen kommt.
Ich bezahle und erhalte kein Wechselgeld. 2,70 Reais hat es 2010 immer gekostet. Wir schreiben aber das Jahr 2011 und in Zeiten der hohen Inflation explodieren die Preise. Erst zum 1. Janauar 2010 hatte man den Preis fuer eine Busfahrt von 2,40 Reais auf 2,70 Reais angehoben. Wenn man diese Zeitspanne vom 1. Janauar 2010 bis zum 1. Janaur 2011 betrachtet, liegt die Inflationsrate bei 25%.

Gegen Mittag komme ich wieder dort an, wo ich ein Jahr gelebt habe. In der Favela Bandeirantes.
Mich begleitet aber ein murmeliges und paradoxes Gefuehl. Ich habe das Gefuehl wieder Zuhause zu sein. Als ich aus dem Bus steige, heisst es “o professor, o professor” Lehrer, Lehrer . Eine Schuelerin der ARCO rennt auf mich zu und umarmt mich. “Wo warst du?”.
“in einer anderen Welt”, sage ich setze meinen Weg zur ARCO fort.

Es ist nicht allzulange her, da sass ich in einer riesigen Salzwueste, sah 1200 Jahre alte Riesenkakteen, Flamingos in den Bergen, Gazire, den Titticacasee, die Strassen von La Paz, den Amazonas, den tiefen Regenwald, badete in heissen lagunen und jetzt bin ich wieder in der Favela Bandeirantes mit dem Wissen in einem Monat wieder in Deutschland zu sein.
Das passt einfach alles nicht zusammen.

Am Abend fragt mich eine Freundin, ob ich nicht an dem morgigen Demo gegen die Busticketerhoehung teilnehmen moechte.
Die Demo bringt mir eine gute “Ablenkung”, bringt mir die Chance wieder in Sao Paulo anzukommen.
Zudem, war ich sehr ueberrascht und enttaeuscht, als ich erfuhr, dass die Busticketpreise wieder gestiegen sind.
Sao Paulo hat es gar nicht noetig, von Mehreinnahmen zu profitieren. Sao Paulo ist so schon eine steinreiche Stadt.

Gerade die Armen in der Favela, die Tageloehner die ab und zu die Chance bekommen sich im Zentrum ein paar Reais zu verdienen, werden durch die Busticketerhoehungen weiter geschwaecht.
So gehe ich auch als ein “Vertreter” der Favela zum “praça do Patriarca”, zum Patriarchen-Platz.

Die Demonstration begann um 17 Uhr. Ich stosse gegen 18 Uhr dazu und bin der Ueberzeugung, dass diese Demo friedlich enden wird. “3 reais e roubo”. 3 reais ist Raub! , schrie man unteranderem.
Dann wurde ein Drehkreuz, welches sich in einem typisch brasilianischem Bus befindet, mit Kreppapier umbunden und schliesslich angezuendet. Nun merkt man wie die Stimmung kippt, auf die Seite der Aggressivitaet kippt.
Und da war es keine Ueberraschung mehr als die ersten Feuerwerkskoerper in die Richtung des Regierungsgebaeudes gerichtet und abgefeuert werden.
Ploetzlich reissen vereinzelt “Demonstranten”, ca. Zehn an der Zahl, die Absperrungen nieder und bewerfen die leicht bewaffneten Polizisten mit Muelleimern und anderen Gegenstaenden.
Die Polizei reagiert mit schwerer bewaffneten Polizisten, die blitzschnell anruecken.
Eben noch spuerte man einen Moment die Euphorie der Demonstranten, die mit “Kanonenbombern”, Pfefferspray und Traenengas seitens der Polizisten gekonternt wird.
Der Angriff der Polizisten ist erfolgreich. Der Mob wird zerschlagen und die rund 1000 Menschen fluechten, bis sie sich an einer Strasse wiedertreffen und eine Strasse besetzen.
Die harte Antwort der Polizei hat einige Demontranten in Wut versetzt. Muelleimer werden umgetreten, es werden Feuer auf den Strassen gelegt. Die Demonstration ist eskaliert.

Mittlerweile stehe ich am Strassenrand, schaue mir das Geschehen von dort aus an. Ich lerne Fernando kennen, der eigentlich nach hause moechte, aber auf seine Freundin wartet, die sich noch unter den Demonstranten befindet.
Er erzaehlt mir, dass die Demonstranten ausschliesslich Studenten sind.
Offensichtlichst aesserst “dumme” Studenten, die nur auf Gewalt aus sind.
Zudem sind die Studenten im Zentrum Kinder von gut betuchten Eltern.

Die, die wirklich an der Buspreiserhoehung zu knabbern haben sind die, die in den Favelas wohnen.

Nun fragst dich, warum die Menschen aus der Favela nicht demonstrieren?
Zu einem sind die Menschen hier in der Favela auessert frustriert und sehen keine Hoffnung mehr in der Politik. “Der Staat kuemmert sich sowieso nicht um uns”, hoert man oft. Sie sind der Ansicht, dass in absehbarer Zeit sich nichts aendern wird.
Eine andere Sache ist die, dass fast alle Favelas illegal erbaut wurden bzw. auf nicht erworbenem Grundbesitz erbaut wurden.
Die Angst ist daher gross auch noch das wenige Hab und Gut zu verlieren.
Dazu kommt der hohe Drogenkonsum, der die Menschen in einen Zustand des Vergessens versetzt. Die bittere Realitaet kann wenigstens fuer ein paar Stunden vergessen werden.

Ich finde mich auf dem verwuesteten “Patriarchen-Platz” wieder, wo die Machtverhaeltnisse klar sichtbar sind.
Sobald bei einer Demonstration Gewalt ausbricht, wird die Motivation der Demonstranten unglaubwuerdig und die Demonstration kann seinen Zweck nicht mehr erfuellen.

Ich erinnere mich an meine Reise in Bolivien, wo der Ausgang der Demonstrationen anders aussah. Von einen auf den anderen Tag wurde der Benzinpreis verdoppelt. Wenn der Benzinpreis sich verteuert, so steigen gleichzeitig auch alle anderen Verkaufsgueter.
Bei den organisierten Demonstrationen lieferten sich die Demonstranten tagelang offene Strassenschlachten mit der Polizei.
Letztlich siegte das Volk, welches unermuedlich protestierte und der Benzinpreis fiel wieder auf den Normalpreis.
Das Problem war nur, dass die Menschen nicht mehr zur Arbeit kommen konnten, weil auf den Strassen keine Busse mehr fuhren.
In den Tagen der Demonstrationen hatte man aus Wut der Preiserhoehungen die Busreifen zerstochen.

Reiche Studenten verwuesten aufgrund einer Preiserhoehung von 30 Centavos den “Patriarchen-Platz” und den armen Menschen in der Favela sind die Haende gebunden.

Eine Welt in der wir leben.

Da hegt und pflegt man fast ein ganzes Jahr seinen Blog und dann ist man mal auf Reisen…und der geliebte Blog geraet in Vergessenheit.
Die Eindruecke waehrend meiner Reise sind zum Teil so tief, dass das Jucken der Blogger-Finger lange Zeit ausblieb.
Jetzt frueh am Morgen, um genau zu sein um 00:36 Uhr juckt es wieder in den Fingern.
Vor mir befindet sich ein schneller PC mit einer Internetverbindung; der Dank gebuert meiner Couchsurferin.
Es wird mal wieder Zeit kraeftig durchs Sprachrohr zu pusten.

Alles fing mit den Worten “tudo vai dar certo” an. Alles wird gut, klappt schon.
Buschi, einer guter Freund von mir, kam ueber Weihnachten nach São Paulo. Zu uns beiden gesellte sich Juliano, einem brasilianischen Freund, dem diese positiven, etwas naiven worte gehoeren.
Am Zweiten Weihnachtstag geht es nun endlich los. Die Rucksaecke sind gepackt und auf gehts zum Busterminal Barra Funda.
“Haetten wir nicht besser drei Busplaetze reserviert?”
Eine kluge Frage, doch der Brasilianer denkt positiv. “tudo vai dar certo”. Alles wird gut.
Von der kleinen Favela bis zum Busterminal sind es gute 30 Kilometer und bei dem doch sehr dichten Verkehr in São Paulo muss man da gute zwei Stunden einplanen.
So kommen wir nach zwei Stunden an und es heisst “Desculpa, não têm mais ingressos. Amanha têm.” Sorry, gibt keine Bustickets mehr. Morgen aber wieder.”
Batz. Voll ins Travellerherz. Die Reise hatte nicht einmal angefangen – da gab es schon die ersten Problemchen.

Wir sollten jetzt wieder heim in die Favela zurueck fahren? Keine Chance. Wird reden mit anderen Angestellten der gleichen Busgessellschaft und ploetzlich heisst es. “claro que ainda têm ingressos para Campo Grand. Quatro ingressos.”
Na Klar gibts noch freie Plaetze. Vier an der Zahl.
Haetten wir vielleicht besser doch reservieren sollen?
Nada ver! Tudo vai dar certo. Alles wird gut.

nach einer 15 steundigen Busfahrt kommen wir in Campo grande an. Dort lernen wir ein Carioca-Paerchen(Carioca=Einwohner aus Rio de Janeiro; die immer angeben anders zu sein. Hier Zwei Grundregeln: Der Carioca ist immer anders als die anderen. Regel Nummer zwei: In Rio ist alles besser und einfacher. Das Essen ist besser und guenstiger. Man kann Oberkoerperfrei herumlaufen und keinen stoerts usw..).
Der Carioca ist in der Tat speziell, aber im Durchschnitt vielleicht noch etwas offener und lockerer als der Brasilianer ohnehin schon ist.
Jedenfalls blieben uns die Cariocas laenger holt, als wir am Anfang vielleicht glaubten.

Weiter ging es von Campo Grande aus nach Corumbá, in die Naehe zur bolivianischen Grenze.
Von dort aus gings es ueber die Grenze nach Porto Quejarro, Bolivien.
Schnell wollen wir uns ein Zugticket fuer den berueht beruechtigten “Trêm de la muerte” den Todeszug ergattern.
Als wir aber am Ticketschalter stehen und nach Fahrkarten fragen, heisst es wieder “sorry, keine mehr da”.
Es ist bekannt, dass den travellern keine Tickets verkauft werden, da so die Herbergen hoehere gewinne erzielen und der Brotverkaeufer mehr Brot verkauft – man braucht ja schliesslich einen Ort zum Schlafen und was zwischen die Zaehne.

Soweit so gut. Aber nicht mit uns.
Wir laufen hoch zu den Gleisen, dort wo der Zug abfahren wird und reden mit den Schaffnern. nach einem fuenfminuetigen wortwechsel schmierten wir den Bahnangestellten mit 10 reais und alles war wieder gut. “Tudo vai dar certo!”.
Der Bolivianer wirkt verschlossen und ein wenig geheimnisvoll. das faellt einem schon nach einigen Stunden Aufenthalt in Bolivien auf.

Die Lippe vom geschmierten Schaffner ist aufgeplatzt und sein Mund ist mit blut bedeckt. Seine Goldzaehne kommen beim Lachen gut zum Vorschein. Gerade die Bolivianische Art ist mir noch ein grosses Geheimnis; jedenfalls ist sie nicht vergleichbar mit der brasilianischen Kultur und Lebensart.

Im Zug werden wir in einen Wagen gebracht und es heisst, dass wir Sitzplaetze haben. Bei einer 23-stuendigen Fahrt ist das eine feine Sache. Nach 2-3 Stunden steigen immer mehr Passagiere mit Platzreservierungen ein. Letztlich standen wir dann doch. Wir lernten viele andere traveller kennen, die meisten aus Brasilien.

Einem Alleinreisenden Brasilianer ist, wie sich beim Erzaehlen herausstellt, ein “Malleur” passiert. Der Taxifahrer hatte ihn einfach ueber die brasilianisch-bolivianische-Grenze buxiert, sodass der Gute weder mit Ausreise- noch mit Einreisestempel im Zug nach Santa Cruz sass.
Einfach aussteigen und zurueckfahren kann er nicht. Der Zug fahert durchs Niedmandsland. So kommt es, dass er immer mehr in Panik geraet und mit der Zeit immer paranoider wird. Der Zug wird immer voller und voller, die Kinder schlafen vor den Eltern auf dem Boden oder im Gang, sodass man kaum noch durch den Zug laufen kann, ohne schlafende Kinder aus dem Schlaf zu reissen.
Typisch bolivianisch sind die kleinen durchsichtigen Plastiktueten, die fuer den Essesnstransport oder auch als “Tellerersatz” verwendet werden. Immer wenn der Zug haelt, halten Verkaeufer von draussen Plastiktueten gefuellt mit Reis und Fleisch in die Hoehe, die dann durch das Fenster zum Kaeufer gelangen. Sobald der Zug steht wird losgeschrien. Die Verkaeufer schreien was sie zu bieten haben und die potenziellen Kunden schreien zurueck, wollen den Preis wissen oder ein Produkt kaufen. Jedenfalls endet das ganze immer in einem riesenchaos mit herumreichenden Plastiktueren und Wechselgeld. Hinzukommt der parnoide ausreisestempellose Brasilinaer der Mittlerweile schon voellig fertig ist und aus lauter Nervositaet eine von Buschi zum probieren angebotene “Ipanada” mit zwei Bissen verschlingt. “Was soll ich nur tun” sagt er immer wieder. Ich hoffe das beste fuer ihn. Am besten er reist zurueck, das waere am rationalsten und logischsten. Am liebsten wuerde ich ihm sagen, dass alles gut wird. Soetwas wie “tudo vai dar certo”. Aber das bringe ich nicht uebers Herz.

So, ich bin hundemuede, mich erwarten lausige zwei stunden Schlaf und das Zimmer ist dank der Klimaanlage eisig kalt; hab waehrend des Schreibens vergessen sie auszustellen. Wie dem auch sei. Was auch geschieht.
Ich schliesse mit den Worten “Tudo vai dar certo”.

Ein Frohes Neues an alle da draussen!

Ich denke Ihr seid alle ganz gut “reingerutscht” ins neue Jahr. Mal schauen was das Jahr 2011 so bringt – es bleibt spannend!
Momentan befinde ich mich in Sucre/Bolivien, in einem wunderschoenen alten Kolonialstaedtchen.
Das Internetcafe, in welchem ich sitze, ist aber ganz und gar nicht so schoen und gemuetlich wie Sucre. Diese Atmosphaere weckt nicht gerade die Schreiblust in mir, aber ich hiesse ja nicht toby, wenn ich noch etwas in der Hinterhand haette. die “Stats 2010″, die ich vor kurzem in meinem email-posfach fand, werden jetzt veroeffentlicht! Lustig, was sich die WordPress-Mitarbeiter alles so ausdenken!

A Boeing 747-400 passenger jet can hold 416 passengers. This blog was viewed about 4,100 times in 2010. That’s about 10 full 747s.

In 2010, you wrote 56 new posts, not bad for the first year! You uploaded 138 pictures, taking up a total of 255mb. That’s about 3 pictures per week.

Your busiest day of the year was December 20th with 74 views. The most popular post that day was Der Hahn ist tot.
Where did they come from?

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Attractions in 2010

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1.
Der Hahn ist totDecember 2010
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2.
Mein Leben & meine Motivation
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3.
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4.
Meine Filme

5.
Wenn die Geldgier Krueppel gebaertNovember 2010
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Post this summary to my blog

See you in 2011!

If you liked what you saw in this summary and want to know more about how your blog is doing, you can always visit your Site Stats, where our helper-monkeys are working day and night to provide you with pages and pages of detail on how your blog is doing.

If you have any feedback on this email, please click here for a very short survey (in English). We would love to hear from you.

Thanks for flying with WordPress.com in 2010.
We look forward to serving you again in 2011! Happy New Year!

Frohes 2011

Gestern knallte es. Ordentlich sogar.
Kurz vor Mitternacht rannten wir mit dem Sekt in der Hand raus auf dem Berg um einen schönen Ausblick auf das Feuerwerk zu haben – wie man das an Heilig Abend so macht.
Kräftig wurde geböllert und die Rakten erhellten den Himmel.
Um Mitternacht lag man sich dann in den Armen, der Sekt wurde geoeffnet. “Feliz natal” sagte man sich. Frohe Weihnachten!

Verdrehte Welt also in Bandeirantes! Besinnlich war es nicht. Woher die Böller-Tradition kommt, weiss ich nicht. Interessant ist es sicher zu wissen, warum so eine Sylvestertradition an Heilig Abend ausgelebt wird..
Auch interessiert mich wie hier Sylvester gefeiert wird. Ob dann das gleiche Prozedere noch einmal mit noch mehr Böllern, noch lauterer Musik und mehr Alkohol getoppt wird oder ob man einige Gaenge zurueckschaltet und besinnlich Sylvester feiert.
Trotz großer Verwirrung hatten wir zu genuege Spass wie das untere Bild zeigt!

In diesem Sinne – Frohe Weihnachten!!

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